Biodynamische Körperarbeit
Woher kommt dieses Verfahren?
Die biodynamische Körperarbeit ist für mich ein ganzheitlich orientierter Ansatz, der den Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet. Wesentliche Impulse stammen aus den körpertherapeutischen Ansätzen von Wilhelm Reich, der auf die Bedeutung von Spannungsmustern, muskulären Schutzreaktionen und dem Körper als Ausdruck innerer Prozesse hingewiesen hat.
Gerda Boyesen, Physiotherapeutin und Psychologin, hat die biodynamische Psychologie und Körperarbeit bedeutend geprägt. Sie entdeckte, dass unser „Darm-Hirn“ neben Nahrung auch „Stressreste“ hörbar verarbeitet. Sie nannte dies Psychoperistaltik und nutzte dieses Bio-Feedback als Kompass für ihre Arbeit.
In meiner biodynamischen Sichtweise werden Körper, Psyche und innere Erlebensprozesse als eng miteinander verbunden verstanden. Im Zentrum steht eine achtsame, sehr sanfte Form der Behandlung.
Dieses Verfahren ist von der evidenzbasierten Medizin nicht anerkannt. Es handelt sich um ein Verfahren der Naturheilkunde.
Wie wende ich das Verfahren an?
In meiner Praxis dauert eine biodynamische Behandlung 75 Minuten. Bei Bedarf und Möglichkeiten kann dies auch angepasst werden.
Komme gerne in bequemer Kleidung. In der Regel findet die Behandlung bekleidet statt. Für ausgewählte Massagen wende ich auch Öle direkt auf der Haut an – selbstverständlich in vorheriger Absprache. Es ist mir wichtig, dass du dich in meinem geschützten, sicheren Raum während der Behandlung wohlfühlst.
Je nachdem was für dein Körpersystem gerade stimmig ist, beginne ich die Behandlung auf der Liege oder Matte mit einer Massage oder auch mit Körper-/Wahrnehmungs- bzw. Atemübungen.
Dein Körper ist ein ganz wichtiger Teil in der Behandlung. Deshalb beziehen wir ihn sehr achtsam ein. Du musst nichts ausformulieren oder erklären – es gibt kein «richtig « oder «falsch». Es gibt nur deine «Wahrheit». Alles, was sich zeigt, darf da sein und wird nicht bewertet.
Dein Körper ist in der Behandlung eine wichtige Orientierung. Dort, wo Worte nicht ausgesprochen werden (können), unterstützt uns dein Bio-Feedback und deine Körperkommunikation darin, dein Erleben besser wahrzunehmen. Deshalb achte ich bewusst und sehr präsent auf die feinen Signale, wie zum Beispiel Atemrhythmus, Spannungsveränderungen oder körperliche Reaktionen. Ich bleibe durchgehend in Kontakt mit dir und orientiere mich an deinem Tempo und deinem Erleben. Auf dieser Grundlage gestalte ich die Begleitung prozessorientiert und in Abstimmung mit dir.
Mit einer harmonisierenden Berührung und einer kurzen Nachruhe beende ich die Behandlung, damit du bei dir ankommen und nachspüren kannst.
Wichtige Hinweise zum Verfahren
Biodynamische Anwendungen sind nicht für jede Situation geeignet. Bei akuten Erkrankungen, Fieber, frischen Verletzungen, schweren Kreislaufproblemen, einer instabilen gesundheitlichen Lage oder wenn eine medizinische Behandlung Vorrang hat, sollte vorab eine Abklärung erfolgen. Auch bei schweren psychischen Krisen oder starker Verwirrtheit ist Vorsicht wichtig. In der biodynamischen Begleitung spielen körperliche Erfahrungen und Einflüsse aus der frühkindlichen Entwicklung eine Rolle, da sich frühe Prägungen und Schutzreaktionen im Körpergeschehen zeigen.
Bitte teile gesundheitliche Besonderheiten und belastende Vorerfahrungen immer vorab mit, damit wir gemeinsam prüfen können, ob dieses Verfahren für Dich passend ist.
Hast Du Fragen?
Du möchtest mehr über dieses Verfahren wissen? Bitte buche bei mir ein kostenfreies telefonisches Erstgespräch von 15 Minuten.
Wissenswert aus meiner Sicht…
Ich gehe davon aus, dass in jedem Menschen Fähigkeiten zur Anpassung und zur inneren Regulation angelegt sind. Lebensgeschichtliche Erfahrungen können jedoch dazu beitragen, dass sich Spannungen oder Schutzmuster entwickeln. Solche Muster können sich schon früh im Leben ausprägen und im Körper auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Dabei können psychische, emotionale und körperliche Ebenen zusammenwirken. Aus meiner Erfahrung sind solche Reaktionen oft Ausdruck von Schutz und Bewältigung in herausfordernden Situationen — sie können hilfreich sein, wenn sie vorübergehend sind, und belastend werden, wenn sie sich dauerhaft festsetzen.
Gerade in den frühen Lebensphasen sind aus meiner Sicht gute Bindungs- und Beziehungserfahrungen von besonderer Bedeutung. Wenn ein Baby ausreichend Schutz, Nähe, Nahrung, Sicherheit und Zuwendung erfährt, kann das die Entwicklung auf vielen Ebenen unterstützen. Fehlen solche Erfahrungen über längere Zeit oder sind sie unsicher, kann dies das spätere Erleben und Verhalten mitprägen. In der Körperarbeit, wie ich sie praktiziere, nehme ich solche frühen Prägungen achtsam wahr, ohne sie zu bewerten.